Servus  So schmeckt der Wald   Fotos: Philipp Horak Fotos: Philipp Horak
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Imker aus der Steiermark

So schmeckt der Wald

Der oststeirische Wanderimker Johannes Gruber zieht mit seinen Bienen durch die Gegend und füllt ganze Landschaften ins Honigglas. 

Malzig, mild, mit leichtem Zitronenduft und Karamelltönen – der rosskastanienfarbene Gebirgswaldhonig vom Naintschgraben ist der Archetyp eines Fichtenhonigs. Gesammelt in der steirischen Almlandschaft, wo Fichten, Bergahorn und Himbeerblüten den Bienen Nahrung bieten. Ganz anders jener vom Stuhleck in der Semmering-Region. Hier ist der Fichtenwald mit Weißtannen und Heidelbeeren durchsetzt und der Honig schwer, würzig, fast harzig, mit Tabakaroma und einer markanten Moosnote. Die Höhenlage, das andere Klima, die andere Flora – das schmeckt man. 

Der Bio-Imker Johannes Gruber, auch Rainbauer genannt, betont die geschmacklichen Unterschiede, indem er den Honig sowohl nach Sorten als auch nach Lagen abfüllt. Als Wanderimker bringt er seine Carnica-Bienen an jene Plätze, an denen es die gewünschte Tracht, also Bienennahrung, gibt. Begonnen hat der Rainbauer mit zwei Bienenvölkern von seinem Vater, heute pflegt er etwa 120, die zur Hochsaison jeweils bis zu 60.000 Bienen umfassen. 

Es ist spannend, die Unterschiede der einzelnen Standorte zu schmecken: Im südsteirischen Gamlitz mischen sich duftende Lindenblüten mit der Würze der Edelkastanie. In Leutschach, nicht weit entfernt, aber etwas höher gelegen, wird die Edelkastanie vom Honigtau der Fichte ergänzt, was zu einem karamelligen, viel dunkleren Honig führt. Etwa 20 Standorte bespielt der Bienennomade. Einen Teil seiner Völker bringt er sogar zur Kirschblüte ins Südburgenland, wo Vogelkirsche, Löwenzahn und andere Frühlingsboten für cremigen Honig mit zartem Marzipanaroma sorgen. Nach insgesamt vier Ernten ist das Honigjahr aber vorbei – dann beziehen die Bienen ihr Winterquartier an zehn fixen Standplätzen. 

 

 

Wanderimker Johannes Gruber
Buchberg 17
8274 Buch
Tel.: +43/3332/728 66

honig@rainbauer.at

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