Servus Basilikum  Illustration: Andreas Leitner Illustration: Andreas Leitner
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Naturapotheke

Basilikum

Basilikum gehört wie viele Gewürzkräuter zur Familie der Lippenblütengewächse. Ein sehr würziges, warmes Aroma verströmt das Gewöhnliche Basilikum. Das vielgestaltige einjährige Kraut wird je nach Sorte 20 bis 100 cm hoch. Die vierkantigen Stängel tragen glänzende hellgrüne oder purpurrote Blätter. Auch die Blüten sind je nach Sorte von weiß bis rosa gefärbt. Das Heilige Basilikum (Ocimum tenuifolorum), das in Indien
um Tempel und Häuser wild wachsend vorkommt, hat rot überlaufene Blätter und dunkelviolette Blüten. Die Blätter duften nach Zimt und Gewürznelken.

Geschichte: Das Heilige Basilikum wird seit jeher im Ayurveda verwendet: Man band Halsketten aus den Stängeln, um sich vor negativen Energien zu schützen. Heute setzt man Basilikum primär als Fiebermittel und Tee bei Atemwegserkrankungen ein. Über arabische Handelswege gelangte es von Indien ins antike Rom. Dioskurides kannte die Heilwirkungen, warnte jedoch: „Basilien zu viel gegessen, macht ein dunkles und finsteres Gesicht.“ Warum römische Ärzte dem Basilikum misstrauten, liegt vielleicht am hartnäckigen Gerücht, dass unter den Blättern der Basilisk hause und man aus zerriebenen Blättern Skorpione züchten könne. Der Name stammt vermutlich vom griechischen Wort basilikon (königlich), weil man es auch als König der Kräuter verehrte. Paracelsus empfahl: Damit die Frauen fruchtbar werden, sollten sie Basilikum mit Lauch in die Suppe geschnitten essen.

Inhaltsstoffe und Wirkung: Heilkräftig ist in erster Linie das enthaltene ätherische Öl, daneben Gerbstoffe, Flavonoide und Beta-Sitosterol sowie Stigmasterol, dem eine zyklusregulierende Funktion zugesprochen wird. Basilikum wirkt antibakteriell und schleimlösend bei Husten, hilft bei Erkältungserkrankungen, Blähungen und Magenverstimmungen. Dank der östrogenisierenden Wirkung wird es auch bei weiblichen Hormonproblemen und vor allem zur Krampflinderung bei Menstruationsproblemen eingesetzt. Auch bei Migräne, nervöser Unruhe und Antriebslosigkeit leistet das leicht stimmungsaufhellende Basilikum gute Dienste.

Heilanwendung: Ein Häferl Tee nach dem Essen fördert die Verdauung (1 TL auf ¼ l heißes Wasser,
5 Minuten ziehen lassen), zwei Häferln täglich unterstützten bei allen anderen Indikationen.
Eine Aromatherapie hilft bei psychosomatischen Leiden: Auf 50 ml Mandelöl 10 Tropfen ätherisches Basilikumöl geben. Die Mischung auf die betroffenen Körperteile auftragen. Die angenehmste,
therapeutisch leider nicht so wirksame Anwendungsform wären natürlich Spaghetti mit Pesto.
Achtung: Während der ersten Schwangerschaftsmonate Basilikum bitte nicht in größeren Mengen
genießen!